SEDOV vor Kap Horn

„SEDOV Around the World“ und der Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ von Matthias Wunsch

Wenn man an Windjammer denkt, so hat man einen schlanken, schwarzen Rumpf mit weit überhängendem Klipperbug unter einem Dom von weißen, im Passat geblähten Segeln an vier kirchturmhohen Masten vor Augen. Nur drei der klassischen Windjammer haben seit den beiden Weltkriegen überlebt, der größte unter ihnen ist die 1921 in Kiel gebaute Viermastbark SEDOV.
In den Jahren 2012 bis 2013 unternahm die über 90 Jahre alte SEDOV eine vielbewunderte Weltumsegelung, an der ich auf der Etappe von Brest nach Casablanca als zahlendes Besatzungsmitglied teilgenommen habe. Unter dem Titel „SEDOV Around the World“ oder „SEDOV World Tour“ war die Weltumsegelung in den Schlagzeilen.
Mein aktueller Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ zeigt die schönsten Momente dieser Reise. Alle Gemälde sind im Format 70×100 cm und mit Temperafarbe auf Karton gemalt. Ich werde das Bild in der Internationalen Galerie, Albert-Schweitzer-Str. 3-7, 89518 Heidenheim vom 23. November bis zum 21. Dezember 2013 ausstellen. Die Vernissage wird am 23. November 2013 stattfinden.


Ein Video der SEDOV heute

 

„SEDOV Around the World“

Auf ihrer  Weltumsegelung  besuchte die SEDOV über 20 Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Marokko, Brasilien, Chile, China, Japan und Südafrika und umsegelte zweimal das gefürchtete Kap Horn und sodann auch das Kap der Guten Hoffnung. Viermal ging die Fahrt über den Äquator. Die Reise endete am 20. Juli 2013 mit einem feierlichen Empfang in St. Petersburg.

Die SEDOV unter ihrem ersten Namen MAGDALENE VINNEN

Geschichte der SEDOV

Die SEDOV lief 1921 auf der Krupp-Germania Werft als Frachtsegler MAGDALENE VINNEN vom Stapel. 1936 wurde sie vom Norddeutschen Lloyd erworben und als kombiniertes Fracht-und Schulschiff KOMMODORE JOHNSEN eingesetzt. Der Windjammer umsegelte  mehrmals Kap Horn und nahm an den berühmten Weizenrennen von Australien nach Europa teil. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie an die Sowjetunion als Kriegsbeute übergeben, nach einem russischen Polarforscher SEDOV getauft und fährt seither als reines Schulschiff. Heute gehört der stolze Segler der Universität Murmansk. Für den Film  „Der Untergang der PAMIR“ diente sie als Kulisse und bekam den für die PAMIR charakteristischen Anstrich mit schwarzem Überwasserschiff, weißem Wasserpass und rotem Unterwasserschiff.

Nun möchte ich meine Bilder beschreiben:

Ankunft der SEDOV in Casablanca

„Ankunft der SEDOV in Casablanca“

Ich stelle hier die SEDOV mit ihren riesigen, orangerot gestrichenen Masten und der filigranen Takelage der riesigen HassanII-Moschee gegenüber, deren reich verziertes, gewaltiges Minarett aus weißen Marmor in den afrikanischen Sommerhimmel aufragt. Im Vordergrund nimmt der Schlepper MERZAK gerade Fahrt auf, um die SEDOV in Richtung Hafeneinfahrt zu bugsieren.

SEDOV vor Kap Horn„SEDOV vor Kap Horn“

zeigt die russische Viermastbark bei ihrer  Kap-Horn-Umsegelung am 26.September 2012 bei ruhigem, sonnigem Wetter. Der Windjammer mit seinen durch die Sonne erleuchteten Segeln steht im Gegensatz zu dem unheimlichen, schroffen, abweisenden dunklen Felsen des Kap Horn. Zerrissene Wolkenfasern bedecken den Himmel, als wollten sie einen bevorstehenden Sturm ankündigen. Drei Albatrosse, in denen nach den Seemannslegenden die Seelen gestorbener Fahrensleute weiterleben, begleiten den Großsegler auf seinem einsamen Weg.

SEDOV im Pazifik„SEDOV im Pazifik“

Auf diesem Bild gleitet der Windjammer  unter der ganzen Pracht seiner 4192 qm Segelfläche vorangetrieben durch den stetigen Passat durch den blauen, schäumenden Stillen Ozean, während mächtige weiße Wolkentürme über den blauen Himmel ziehen. Kein Segel musste während dieser über 4000 km langen Etappe von Callao nach Tahiti vom 27. Oktober bis zum 27.November 2012 gerefft werden, die die längste Reise unter Vollzeug war, die das Schiff je gemacht hatte.

Auslaufen der SEDOV aus Manila bei aufziehendem Tropensturm„Auslaufen der SEDOV aus Manila bei aufziehendem Tropensturm“

Die Viermastbark SEDOV verließ mit reduzierter Segelfläche den Hafen der philippinischen Megacity Manila, während die drohenden Wolken eines riesigen Tropensturms über der Stadt standen. Das Gemälde „Auslaufen der SEDOV aus Manila bei aufziehendem Tropensturm“ beschreibt diese bedrohlich wirkende Situation, bei der der Windjammer und die Wolkenkratzer der Stadt klein und verletzlich im Gegensatz zu der ungeheuren Macht der Elemente erscheinen, quasi als Symbol der Hilflosigkeit des Menschen gegenüber der Natur.

 

SEDOV in Vladivostok„SEDOV in Vladivostok“

Dieses Temperagemälde zeigtdie Ankunft des Großseglers in dieser Stadt an der russischen Pazifikküste am 28. Januar 2013.
Durch eine Lücke in dem Gewirr von Eisblumen an der Fensterscheibe eines am Hafen gelegenen Gebäudes sieht man die stolze bei klirrender Kälte und sonnigem Wetter. Der Rumpf des Seglers ist eisverkrustet, sogar im Hafen ist das Meer zugefroren, und selbst das Wasser in der Fahrrinne wirkt so, als ob es wieder bald zu Eis erstarren würde.
Die bizarren Formen der Eisblumen setzen sich in dem Wald von Kränen an den Kaianlagen und der Takelage des Windjammers fort, quasi ein Zusammenspiel menschlicher Technik und eines vergänglichen Naturwunders.

SEDOV und der Tafelberg„SEDOV vor dem Tafelberg“

Am 25. April 2013 verließ die SEDOV Kapstadt. Dieses Ereignis hat mich zu meinem Gemälde „SEDOV vor dem Tafelberg“ inspiriert. Im Hintergrund erhebt sich der gewaltige Tafelberg mit seiner markanten Form, dessen dreieckige Felsformationen sich in den dreieckigen Klüver- und Stagsegeln der SEDOV fortsetzen.
Im Vordergrund befindet sich der Strand von Robben Island, an dessen Felsen sich die Wellen brechen. Die weiße, hochspritzende Gischt und der über die Felsen laufende Schaum erinnert  an kleine belaubte Bäume mit knorrigen Wurzeln.

Die Weltumsegelung der SEDOV in Ausstellungen

„Die Weltumsegelung der SEDOV“ habe ich bereits im Petit Salon „Maja & Friends“ im Schlosshotel Heidenheim ausgestellt.

Weltumsegelung der SEDOV im Petit Salon Maja & Friends im Schloss Montfort

Weltumsegelung der SEDOV
im Petit Salon Maja & Friends im Schloss Montfort

 

Ebenfalls gehörte der Bilderzyklus auch zum Programm des  Petit Salon  „Maja & Friends“ im Schloss Montfort am Bodensee.

Ich freue mich auf die kommende Ausstellung  der Weltumsegelung der SEDOV in der Internationalen Galerie, Albert-Schweitzer-Str. 3-7, 89518 Heidenheim ab dem 23. November 2013.

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Über Matthias Wunsch

Matthias Wunsch ist Kunstmaler. Matthias Wunsch ist in Süddeutschland geboren und entwickelte autodidaktisch seinen unverkennbaren romantisch-realistischen Malstil, dessen Motive meist durch die klassische Musik, Reisen in ferne Länder und zu fremden Kulturen und schließlich das Meer, die Schiffe und die Seefahrt inspiriert sind. Der Künstler malt hauptsächlich mit Tempera auf Karton. Tempera ist eine wasserlösliche Farbe, die u.a. von den Meistern der Renaissance wie Michelangelo oder Botticelli oder auch bei der Ikonenmalerei verwendet wurde. Nach zahlreichen Aquarellen schuf der Künstler im Alter von 15 Jahren seinen ersten großformatigen Bilderzyklus „Impressionen der Cote d’Azur“ in Südfrankreich. Hierbei dominierten noch wuchtige, kraftvolle Formen. Während der Arbeiten an der v.a. von Reiseerinnerungen inspirierten Bilderreihe „Monumente von Mensch und Natur“ vollzog sich ein stilistischer Wandel hin zu seiner heutigen von einem großen Detailreichtum und aufwändigen Bildkompositionen geprägten Darstellungsweise. Seine Liebe zur Seefahrt bewog den Maler, als Trainee, d.h. als zahlendes Besatzungsmitglied, an der vielbewunderten Weltumsegelung des größten traditionellen Segelschiffs der Welt, der russischen Viermastbark SEDOV auf der Etappe Brest-Casablanca teilzunehmen. Die SEDOV wurde als Frachtsegler 1921 in Kiel gebaut und fährt seit 1945 unter russischer Flagge als Schulschiff. An Bord verlebte Matthias Wunsch unter den bis 63 Meter hohen Masten mit insgesamt 4192 Quadratmetern Segelfläche einige seiner glücklichsten Momente. Sein Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ stellt die schönsten Momente dieser Expedition dar. 2012 lernte Matthias Wunsch die Opernsängerin Maja Fluri kennen. Maja Fluri hatte mit ihrem 2010 gegründeten Berliner Kunstsalon „Maja & Friends“ eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die mit monatlich wechselndem Programm klassische Musik, bildende Kunst und Literatur zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführt, an dem auch schon Berühmtheiten wie Marguerite Kollo oder der Maler Christophe Didillon teilgenommen hatten. Nach der Ausstellung beim 25. Jubiläumssalon in Berlin folgte eine intensive Zusammenarbeit in insgesamt sieben Salons u.a. auch auf Tournee an den Bodensee und nach Wien. Maja Fluri inspirierte den Künstler zu den Bilderzyklen „Ein Maskenball“ und „Sieben spanische Bilder“. Der „Gitarrensalon“ in Berlin mit dem italienischen Stargitarristen Giuseppe Chiaramonte und die „Opern-Nacht“ auf der Open-Air-Bühne beim Kultursommer auf Schloss Kittsee im Burgenland /Österreich im Juli 2014waren die Höhepunkte dieses künstlerischen Zusammenwirkens. In Kittsee wirkte kein Geringerer als Prof. Uwe Theimer (u.a. musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine und 1. Dirigent beim Wiener Opernball) als Pianist sowie die Schriftstellerin Tanja Stern mit. Außerdem wurde Matthias Wunsch von der Universität Murmansk (Russland), dem Schiffseigner der SEDOV zu einer 14 Tage dauernden Ausstellungstournee in der Ostsee eingeladen. Der Künstler präsentierte dem internationalen Publikum auf dem Windjammerfestivals „Hanse Sail Rostock“ und „Gdynia Sailing Days“ (Polen) sowie in Sassnitz auf Rügen seine Gemälde an Deck oder bei schlechtem Wetter im Festsaal der SEDOV. Prominente Gäste seiner Ausstellung waren Alexei Alexeev, der russische Botschafter in Polen, Norbert Thomé, der Vorsitzende von „Tall Ship Friends“ sowie Ulf Bingsgard, der Bürgermeister der schwedischen Stadt Trelleborg. Die Eindrücke dieser Reise verarbeitete Matthias Wunsch in seiner Bilderreihe „Segel über der Ostsee“. Mit „Windjammerlegenden“ schuf der Künstler einen Gemäldezyklus über berühmte Großsegler des 20. Jahrhunderts, wie die PREUSSEN, die PAMIR oder auch die KRUZENSHTERN oder die GORCH FOCK. Das gesamte maritime Werk von Matthias Wunsch wurde auch in der Kunstgalerie auf der RICKMER RICKMERS in Hamburg aus. Dieser Großsegler wurde 1896 in Bremerhaven gebaut und liegt heute als Museumsschiff und schwimmendes Wahrzeichen der Stadt Hamburg an den St. Pauli Landungsbrücken. Im Anschluss daran folgte eine Ausstellung auf dem Windjammerfestival „Hanse Sail Rostock". Aktuell arbeitet der Künstler an weiteren Opernillustrationen u.a. von Puccinis „La Bohème“.

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