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Salon Maja & Friends in Schloss Kittsee – ein einzigartiges Gesamtkunstwerk

Der rote Ball der Abendsonne ging hinter den ehrwürdigen Bäumen im Schlosspark unter, als Maja Fluri, bildschön und erhaben wie eine griechische Göttin, die Bühne betrat und mit ihrer zauberhaften Sopranstimme zu Uwe Theimers ausdrucksvollen Klavierspiel mit der Arie „Quando me n’vo“ aus „La Bohème“ das Konzert eröffnete.

Nach einem Solo von Uwe Theimer folgte eines der Hauptthemen des Abends: die Oper „Ein Maskenball“ von Giuseppe Verdi.
Vor der prächtigen Barockfassade des Schlosses zog Maja Fluri in der Rolle des Pagen Oscar alle Register ihres überragenden sängerischen und schauspielerischen Talents. Charmant interpretierte sie die jugendliche Frohnatur des Oscar mit tänzerischer Leichtigkeit und entführte uns mit zwei unvergesslichen Arien in die höfische Welt des Rokoko im ausgehenden 18. Jahrhundert.
In „Volta la terrea fronte“ verteidigt Oscar die Wahrsagerin Ulrica gegen den Vorwurf des Gerichts, sie halte es mit dem Teufel. während er in „Saper vorreste“ beim verhängnisvollen Maskenball sich dem Drängen des Renato/General Armström zu entziehen sucht, ihm zu verraten, wo Ricardo/Gustav III. ist. Ausgestattet mit einer venezianischen Maske lud Maja Fluri einige Zuhörer ein, als maskierte Statisten an der Aufführung teilzunehmen.
Tanja Stern las zwei spannende Auszüge aus ihrer Romanversion des „Maskenball“; über die Wahrsagerszene im ersten Akt der Oper und die Anschlusszene an „Saper vorreste“, bei der es General Armström/Renato es gelingt, Oscar zu überzeugen, ihm die Verkleidung des Königs zu verraten und Oscar darauf zu seinem Entsetzen bemerkt, dass Armström der Mörder sein wird.
Sodann verriet Tanja Stern uns auch die interessanten Hintergründe zu der Figur des Oscar und der Besetzung dieser Rolle mit einer Sopranstimme.
Uwe Theimer beschloss am Flügel mit  dem Solo „Engelsstimmen“ in wunderbarer Weise den ersten Teil des Abends.

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Maja Fluri als Oscar

Die Dämmerung umfing uns mit ihrem blauen Schleier und die Scheinwerfer tauchten die Bühne und das Schloss in reizvolles Licht.Nun stand Charles Gounods Oper „Faust“ auf dem Programm. Maja Fluri verwandelte sich nun in die Marguerite (Gretchen), die voller Staunen ein Kästchen mit wertvollen Juwelen öffnet, das Faust ihr geschickt hatte, und darin auch einen Zauberspiegel findet, in dem sie sich hingebungsvoll betrachtet.

Video der Juwelenarie mit Maja Fluri

Die tragische Geschichte der Marguerite findet aber in der „Erlösung“, vorgetragen von Uwe Theimer, ihr gutes Ende mit der Aufnahme der Marguerite in den Himmel und ihrer Lossagung von ihrem Geliebten Faust.

Im Intermezzo der bildenden Kunst bat Maja Fluri mich, Matthias Wunsch, auf die Bühne. Charmant stellte die Sopranistin mich und mein künstlerisches Werk vor, um dann meinen Bilderzyklus „Monumente von Mensch und Natur“ zu präsentieren, bei dem ich außergewöhnliche Werke von Architektur und Technik wie auch herausragende Naturdenkmäler dargestellt habe, so wie ich sie auf meinen Reisen rund um den Globus erlebt hatte.

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Anschließend leitete Maja Fluri zu meinen beiden Szenenbildern zu der Oper „Ein Maskenball“ über. Zunächst stellte ich mein Gemälde „Die Prophezeiung“ vor, das die Szene darstellt, in der Ulrica König Gustav III. von Schweden weissagt, er werde von der hand eines Freundes sterben. Danach beschrieb ich „Mord beim Maskenball“, das die berühmte Szene zeigt, bei der General Armström seinen König aus Eifersucht erdolcht.

Schließlich spannte Maja Fluri noch den Bogen von Bizets Oper „Carmen“ zu meinen „Sieben spanischen Bildern“, von denen ich „Polo oder Verflucht seien Liebe und Liebhaber“ und „Seguidilla murciana oder der murcianische Reihentanz“ dem Publikum vorstellte.

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Maja Fluri, Matthias Wunsch

Es folgte die Seguidilla aus „Carmen“, gespielt von Uwe Theimer, und anschließend sang Maja Fluri die ergreifende Arie der Micaela „Je dis que rien ne m’épouvante“.

Mit „Ebben, n’andro lontana“ aus „La Wally“ und der Zugabe „O mio babbino caro“ aus „Gianni Schicchi“ verzauberte Maja die Zuschauer, ehe sie alle Künstler auf die Bühne rief, um sich vor dem Publikum zu verbeugen. Unter großem Beifall ging dieser wunderschöne Abend zu Ende, der auch ein großer Meilenstein in meiner Künstlerkarriere bleiben wird.


Vorbereitungen

Schon im ausgehenden Jahr 2013 schlug Maja Fluri mir nach unserer sehr erfolgreichen Salontournee nach Süddeutschland und Wien auch meine Gemälde bei ihrem Kunstsalon in Schloss Kittsee zu präsentieren.
Schon von Anfang war ich sowohl künstlerisch als auch organisatorisch in die Vorbereitung dieses aussergewöhnlichen Events eingebunden. Zu Maja Fluris Opernprogramm sollte ich meine Bilderzyklen „Monumente von Mensch und Natur“ und  „Sieben spanische Bilder“ zeigen.

Szenenbilder zu“Ein Maskenball“ von Verdi

Maja Fluri inspirierte mich auch dazu, zu zwei Szenen aus der Verdi-Oper „Ein Maskenball“ jeweils ein Bild zu malen.

Die Prophezeiung

 

Matthias Wunsch: Die Prophezeiung

 

Mord beim Maskenball

Matthias Wunsch: Mord beim Maskenball

 

Zusammenarbeit mit großen Künstlern aus drei Kunstrichtungen

Im Kunstsalon Maja & Friends führt die charmante Salonière Maja Fluri jedes Mal Vertreter aus Musik, bildender Kunst und Literatur zusammen.
Dieses Mal wurde Maja Fluri von keinem Geringeren als Prof. Uwe Theimer am Flügel begleitet. Theimer war musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine sowie Studienleiter und Dirigent an der Volksoper Wien. Zudem leitete er von 1996-2012 den Niederösterreichischen Operettensommer und war 2013 Dirigent bei den Seefestspielen Mörbisch.

Vertreterin der Literatur war Tanja Stern, die ihr Buch „Opernmorde“ vorstellte. Hierbei stellt Tanja Stern die Handlungen dreier Verdi-Opern in Romanform dar. Ihre spannende Erzählweise in der Sprache des 18. Jahrhunderts eröffnet dem Leser einen völlig neuen Zugang zum Stoff dieser meisterhaften Bühnenwerke. Sie studierte Theaterwissenschaften, arbeitete als Buchhändlerin und Redakteurin sowie im Literaturinsitut Leipzig. Nach ihrem Debüt-Erzählungsband „Fern von Cannes“ brachte sie viele Essais, Prosabücher, Filmscripts und Kinderbücher heraus.

 

Schloss Kittsee

L1100179Als einfacher Meierhof wurde das Schloss zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet. Unter Baron Johann Listy wurde Kittsee dann 1668 zu einem zweiflügeligen Renaissanceschloss umgebaut. Im Jahr 1730 übernahm die Familie Esterházy das Schloss und gab ihm sein heutiges, barockes Erscheinungsbild. Glanzpunkt der Anlage ist der Festsaal, in dem schon der Komponist Joseph Haydn als Hofkapellmeister Konzerte gab.
Im Park vor dem Schloss befindet sich ein früheres Bassin, das für die Bühne und die Zuschauerränge ideal ist. Meine Bilder wurden sowohl auf der Bühne wie auch entlang der Zuschauerreihen aufgestellt.

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Über Matthias Wunsch

Matthias Wunsch ist Kunstmaler. Matthias Wunsch ist in Süddeutschland geboren und entwickelte autodidaktisch seinen unverkennbaren romantisch-realistischen Malstil, dessen Motive meist durch die klassische Musik, Reisen in ferne Länder und zu fremden Kulturen und schließlich das Meer, die Schiffe und die Seefahrt inspiriert sind. Der Künstler malt hauptsächlich mit Tempera auf Karton. Tempera ist eine wasserlösliche Farbe, die u.a. von den Meistern der Renaissance wie Michelangelo oder Botticelli oder auch bei der Ikonenmalerei verwendet wurde. Nach zahlreichen Aquarellen schuf der Künstler im Alter von 15 Jahren seinen ersten großformatigen Bilderzyklus „Impressionen der Cote d’Azur“ in Südfrankreich. Hierbei dominierten noch wuchtige, kraftvolle Formen. Während der Arbeiten an der v.a. von Reiseerinnerungen inspirierten Bilderreihe „Monumente von Mensch und Natur“ vollzog sich ein stilistischer Wandel hin zu seiner heutigen von einem großen Detailreichtum und aufwändigen Bildkompositionen geprägten Darstellungsweise. Seine Liebe zur Seefahrt bewog den Maler, als Trainee, d.h. als zahlendes Besatzungsmitglied, an der vielbewunderten Weltumsegelung des größten traditionellen Segelschiffs der Welt, der russischen Viermastbark SEDOV auf der Etappe Brest-Casablanca teilzunehmen. Die SEDOV wurde als Frachtsegler 1921 in Kiel gebaut und fährt seit 1945 unter russischer Flagge als Schulschiff. An Bord verlebte Matthias Wunsch unter den bis 63 Meter hohen Masten mit insgesamt 4192 Quadratmetern Segelfläche einige seiner glücklichsten Momente. Sein Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ stellt die schönsten Momente dieser Expedition dar. 2012 lernte Matthias Wunsch die Opernsängerin Maja Fluri kennen. Maja Fluri hatte mit ihrem 2010 gegründeten Berliner Kunstsalon „Maja & Friends“ eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die mit monatlich wechselndem Programm klassische Musik, bildende Kunst und Literatur zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführt, an dem auch schon Berühmtheiten wie Marguerite Kollo oder der Maler Christophe Didillon teilgenommen hatten. Nach der Ausstellung beim 25. Jubiläumssalon in Berlin folgte eine intensive Zusammenarbeit in insgesamt sieben Salons u.a. auch auf Tournee an den Bodensee und nach Wien. Maja Fluri inspirierte den Künstler zu den Bilderzyklen „Ein Maskenball“ und „Sieben spanische Bilder“. Der „Gitarrensalon“ in Berlin mit dem italienischen Stargitarristen Giuseppe Chiaramonte und die „Opern-Nacht“ auf der Open-Air-Bühne beim Kultursommer auf Schloss Kittsee im Burgenland /Österreich im Juli 2014waren die Höhepunkte dieses künstlerischen Zusammenwirkens. In Kittsee wirkte kein Geringerer als Prof. Uwe Theimer (u.a. musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine und 1. Dirigent beim Wiener Opernball) als Pianist sowie die Schriftstellerin Tanja Stern mit. Außerdem wurde Matthias Wunsch von der Universität Murmansk (Russland), dem Schiffseigner der SEDOV zu einer 14 Tage dauernden Ausstellungstournee in der Ostsee eingeladen. Der Künstler präsentierte dem internationalen Publikum auf dem Windjammerfestivals „Hanse Sail Rostock“ und „Gdynia Sailing Days“ (Polen) sowie in Sassnitz auf Rügen seine Gemälde an Deck oder bei schlechtem Wetter im Festsaal der SEDOV. Prominente Gäste seiner Ausstellung waren Alexei Alexeev, der russische Botschafter in Polen, Norbert Thomé, der Vorsitzende von „Tall Ship Friends“ sowie Ulf Bingsgard, der Bürgermeister der schwedischen Stadt Trelleborg. Die Eindrücke dieser Reise verarbeitete Matthias Wunsch in seiner Bilderreihe „Segel über der Ostsee“. Mit „Windjammerlegenden“ schuf der Künstler einen Gemäldezyklus über berühmte Großsegler des 20. Jahrhunderts, wie die PREUSSEN, die PAMIR oder auch die KRUZENSHTERN oder die GORCH FOCK. Das gesamte maritime Werk von Matthias Wunsch wurde auch in der Kunstgalerie auf der RICKMER RICKMERS in Hamburg aus. Dieser Großsegler wurde 1896 in Bremerhaven gebaut und liegt heute als Museumsschiff und schwimmendes Wahrzeichen der Stadt Hamburg an den St. Pauli Landungsbrücken. Im Anschluss daran folgte eine Ausstellung auf dem Windjammerfestival „Hanse Sail Rostock". Aktuell arbeitet der Künstler an weiteren Opernillustrationen u.a. von Puccinis „La Bohème“.

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