Die Prophezeiung

Matthias Wunsch: Die Prophezeiung (nach Giuseppe Verdi: Ein Maskenball)

Das zweite Gemälde in meiner Miniserie von zwei Temperabildern heißt „Die Prophezeiung“ und stellt die Wahrsagerszene aus Verdis Oper „Ein Maskenball“ dar. Auch dieses Gemälde folgt der schwedischen Version des „Maskenball“.
Wie schon zu „Mord beim Maskenball“ wurde ich auch stark von Maja Fluri dazu inspiriert.
Ich werde dieses Gemälde auch im Kunstsalon Maja &Friends am Samstag, 19. Juli 2014 ab 19.00 Uhr in Schloss Kittsee (Österreich) ausstellen.
Tickets zu Schloss Kittsee:
http://www.majafluri.com/

„Die Prophezeiung“ stellt die Wahrsagerin Ulrica dar, die Gustav III. von Schweden aus der Hand liest und ihm sein Schicksal voraussagt. Gustav drohe der Tod, und zwar durch die Hand eines Freundes.

Schauplatz des Gemäldes

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Der Schauplatz ist laut Regieanweisung im Libretto von Verdis Oper die Wohnung Ulricas.
Ich habe diese Wohnung auf meinem Bild „Die Prophezeiung“ in eine Ruine auf einen Hügel gegenüber der Stadt Stockholm verlegt. In dem Operntext ist davon die Rede, dass es auf die Beschwörungsszene hin dunkel wird, was ich auch bei dem Gemälde umgesetzt habe. Wilde Nebelformationen bedecken das Meer und Teile der Stadt,

Die Wahrsagerin Ulrica

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Am linken Rand des Gemäldes „Die Prophezeiung“ sitzt Ulrica vor ihrem rauchenden Zauberkessel, in dem ein Ziegenkopf in einem rot schimmernden Sud kocht.
Sie trägt einen orange-grün gestreiften Rock und eine weiße Bluse, darüber einen umlaufenden Kragen mit Pelzbesatz und eine Pelzmütze, unter der ihr offenes Haar hervorkommt. Ihr Gesicht spiegelt ihre Sehergabe wieder.
Ulrica liest König Gustav III. aus der Hand, während sie die linke Hand erhebt.

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König Gustav III. (Ricardo)

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Links in der Bildmitte steht Gustav III., der gemäß dem Libretto von „Ein Maskenball“ als Fischer verkleidet ist. Trotz seiner einfachen Kleidung fällt seine stolze Haltung und sein adeliges, fein geschnittenes Gesicht auf. Seinen Hut hat er abgenommen und hält ihn in der linken Hand. Er trägt keine Perücke, sein Haar ist mit einer einfachen Schleife zusammengebunden.

Der Page Oscar

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Oscar muss, da er mit einem Sopran besetzt ist, noch ein Jugendlicher sein, der noch keinen Stimmbruch hat, der in vergangenen Zeiten später einsetzte als heute. Ich habe ihn zwar bereits ziemlich groß gewachsen dargestellt, allerdings seine knabenhaften Gesichtszüge und die gewisse Schüchternheit im Angesicht der Wahrsagerin Ulrica zeugen von seiner Jugend.

Oscar ist als Sohn eines vornehmen Bürgers verkleidet, er trägt einen roten Mantel und schwarze Stiefel. Es fällt allerdings auf, dass er genauso wie der König beige Hosen anhat, was für die Verbundenheit zwischen Herr und Page spricht.

 

Die Verschwörer Ribbing und Horn (Samuel und Tom)

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Am rechten Bildrand von „Die Prophezeiung“ stehen die Verschwörer Ribbing (rechts) und Horn (links), die in der amerikanischen, also der zensierten Version, die Namen Samuel und Tom tragen.

Auch sie tragen zwar relativ feine Kleidung, die aber zu einfach für den Hof erscheint. Ribbings Gesicht wirkt sehr fein und verrät eine intrigante Art, während Horns Züge eher leidenschaftlich wirken. Ribbing hat die Rechte an seinem Degen, Horn zieht mit der Linken einen Dolch unter dem Mantel  hervor, um ihn griffbereit zu haben, falls Ulrica sie entlarvt.

 

Graf Anckarström (Renato)

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Aus der Nebelschwade am Hang des Hügels kommt Graf Anckarström, der beste Freund des Königs, hervor. Er trägt Kniehosen und einen schmucklosen, dunklen Mantel, der vom Feuer beschienen wird.
Ein Lufthauch weht gerade durch das offene Gemäuer und treibt die Flammen des Feuers zur linken Seite. Der von Funken durchsetzte Rauch vrmischet sich mit dem aus dem Kessel und wird in einer Kreisbewegung aus der Ruine gewirbelt. Sein Ende zeigt auf den herannahenden Anckarström, und deutet so darauf hin, dass er der Freund ist, der den König ermorden wird.

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Über Matthias Wunsch

Matthias Wunsch ist Kunstmaler. Matthias Wunsch ist in Süddeutschland geboren und entwickelte autodidaktisch seinen unverkennbaren romantisch-realistischen Malstil, dessen Motive meist durch die klassische Musik, Reisen in ferne Länder und zu fremden Kulturen und schließlich das Meer, die Schiffe und die Seefahrt inspiriert sind. Der Künstler malt hauptsächlich mit Tempera auf Karton. Tempera ist eine wasserlösliche Farbe, die u.a. von den Meistern der Renaissance wie Michelangelo oder Botticelli oder auch bei der Ikonenmalerei verwendet wurde. Nach zahlreichen Aquarellen schuf der Künstler im Alter von 15 Jahren seinen ersten großformatigen Bilderzyklus „Impressionen der Cote d’Azur“ in Südfrankreich. Hierbei dominierten noch wuchtige, kraftvolle Formen. Während der Arbeiten an der v.a. von Reiseerinnerungen inspirierten Bilderreihe „Monumente von Mensch und Natur“ vollzog sich ein stilistischer Wandel hin zu seiner heutigen von einem großen Detailreichtum und aufwändigen Bildkompositionen geprägten Darstellungsweise. Seine Liebe zur Seefahrt bewog den Maler, als Trainee, d.h. als zahlendes Besatzungsmitglied, an der vielbewunderten Weltumsegelung des größten traditionellen Segelschiffs der Welt, der russischen Viermastbark SEDOV auf der Etappe Brest-Casablanca teilzunehmen. Die SEDOV wurde als Frachtsegler 1921 in Kiel gebaut und fährt seit 1945 unter russischer Flagge als Schulschiff. An Bord verlebte Matthias Wunsch unter den bis 63 Meter hohen Masten mit insgesamt 4192 Quadratmetern Segelfläche einige seiner glücklichsten Momente. Sein Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ stellt die schönsten Momente dieser Expedition dar. 2012 lernte Matthias Wunsch die Opernsängerin Maja Fluri kennen. Maja Fluri hatte mit ihrem 2010 gegründeten Berliner Kunstsalon „Maja & Friends“ eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die mit monatlich wechselndem Programm klassische Musik, bildende Kunst und Literatur zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführt, an dem auch schon Berühmtheiten wie Marguerite Kollo oder der Maler Christophe Didillon teilgenommen hatten. Nach der Ausstellung beim 25. Jubiläumssalon in Berlin folgte eine intensive Zusammenarbeit in insgesamt sieben Salons u.a. auch auf Tournee an den Bodensee und nach Wien. Maja Fluri inspirierte den Künstler zu den Bilderzyklen „Ein Maskenball“ und „Sieben spanische Bilder“. Der „Gitarrensalon“ in Berlin mit dem italienischen Stargitarristen Giuseppe Chiaramonte und die „Opern-Nacht“ auf der Open-Air-Bühne beim Kultursommer auf Schloss Kittsee im Burgenland /Österreich im Juli 2014waren die Höhepunkte dieses künstlerischen Zusammenwirkens. In Kittsee wirkte kein Geringerer als Prof. Uwe Theimer (u.a. musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine und 1. Dirigent beim Wiener Opernball) als Pianist sowie die Schriftstellerin Tanja Stern mit. Außerdem wurde Matthias Wunsch von der Universität Murmansk (Russland), dem Schiffseigner der SEDOV zu einer 14 Tage dauernden Ausstellungstournee in der Ostsee eingeladen. Der Künstler präsentierte dem internationalen Publikum auf dem Windjammerfestivals „Hanse Sail Rostock“ und „Gdynia Sailing Days“ (Polen) sowie in Sassnitz auf Rügen seine Gemälde an Deck oder bei schlechtem Wetter im Festsaal der SEDOV. Prominente Gäste seiner Ausstellung waren Alexei Alexeev, der russische Botschafter in Polen, Norbert Thomé, der Vorsitzende von „Tall Ship Friends“ sowie Ulf Bingsgard, der Bürgermeister der schwedischen Stadt Trelleborg. Die Eindrücke dieser Reise verarbeitete Matthias Wunsch in seiner Bilderreihe „Segel über der Ostsee“. Mit „Windjammerlegenden“ schuf der Künstler einen Gemäldezyklus über berühmte Großsegler des 20. Jahrhunderts, wie die PREUSSEN, die PAMIR oder auch die KRUZENSHTERN oder die GORCH FOCK. Das gesamte maritime Werk von Matthias Wunsch wurde auch in der Kunstgalerie auf der RICKMER RICKMERS in Hamburg aus. Dieser Großsegler wurde 1896 in Bremerhaven gebaut und liegt heute als Museumsschiff und schwimmendes Wahrzeichen der Stadt Hamburg an den St. Pauli Landungsbrücken. Im Anschluss daran folgte eine Ausstellung auf dem Windjammerfestival „Hanse Sail Rostock". Aktuell arbeitet der Künstler an weiteren Opernillustrationen u.a. von Puccinis „La Bohème“.

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