Nana

Gemälde „Nana oder das spanische Wiegenlied“ von Matthias Wunsch

Mein Temperagemälde „Nana“ ist das dritte Bild in meinem Zyklus „Spanische Bilder“, der von den „Sieben spanischen Volksliedern“ von Manuel De Falla inspiriert wurde. Es hat das Format 70×50 cm und ist mit Tempera auf Karton gemalt.

Im Vordergrund gehe ich auf den Text des Liedes „Nana“ von Mauel De Falla ein. Hier sitzt eine schöne, exquisit gekleidete junge Mutter mit ihrem Kind in den Armen, das sie in den Schlaf singt, wie an ihrem geöffneten Mund zu erkennen ist. Mit fürsorglichem Blick sieht sie hinunter auf ihr Baby, dessen Augen bereits geschlossen sind.

Die Mutter sitzt auf einem Stein am Ufer eines kleinen Sees, im Hintergrund erhebt sich hinter einigen Bäumen die filigrane Fassade der Kirche Sagrada Familia in Barcelona, des Meisterwerks des spanischen Architekten Antoni Gaudì.

Im Gegensatz zu den anderen Spanischen Volksliedern von De Falla ist die Stimmung in „Nana“ positiv besetzt. Dies gab mir auch den Anlass, auch das dazugehörige Gemälde gegenüber den anderen Bildern meines Zyklus abzugrenzen.

Die Szene an sich kann nur in der Gegenwart spielen, denn der Baufortschritt der Sagrada Familia entspricht etwa dem des Jahres 2012, während die Szenen der anderen Bilder eher in der Zeit der Entstehung der Lieder, also zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielen sollen oder zumindest spielen könnten.

Hinsichtlich der Farbwahl dominieren Hellblau, und Grün, was beides positiv besetzte Farben sind. Grün ist die Farbe der Hoffnung. „Nana“ strahlt wie die Melodie des Liedes Ruhe, Harmonie und Frieden aus, was auch durch die spiegelglatte Wasserfläche des Sees und die Spiegelung der Kathedrale im Wasser unterstützt wird.

Das Bild kann auch sakral-religiös ausgelegt werden. Die Mutter mit ihrem Kind ist bewusst als Parallele zu den Madonnenbildern gemalt, was auch durch ihre würdevolle Haltung wie auch die Farbwahl zum Ausdruck kommt, denn ihre Kleidung wie auch ihr Haar nehmen ein wenig die Farben der Kirche im Hintergrund auf. Im Gegensatz zu den meisten Frauen heute trägt sie einen langen, aufwendig gestalteten Rock mit edel wirkendem Faltenwurf sowie eine Bluse, die ein wenig an die Frauendarstellungen der Renaissance erinnert.  Auch ihr lockiges Haar ist mit vielen Spangen geschmückt und wirkt daher traditionell, auch wenn es an sich offen getragen wird. Kein Ehering ist an ihrer Hand zu erkennen, was darauf anspielt, dass auch Maria zur Zeit der Geburt Jesu nicht verheiratet war.Auch die Kleidung des Kindes ist blau und nimmt die Farbe des Himmels wieder auf.

Schließlich geht von den Wolken im Himmel eine halbrunde Form aus, die durch den Rock der Mutter fast spiegelbildlich wieder aufgenommen wird, An der Stelle,  an der die Türme der Sagrada Familia die Wolken überschneiden, gibt es eine Überschneidung der Mutter mit dem Spiegelbild der Kirche. Die strahlenförmigen Wolken können als entfernte Anspielung auf einen Heiligenschein gedeutet werden.

Auch eine andere biblische Geschichte ist ansatzweise in dem Bild enthalten, die Geschichte von Moses, der von der Tochter des Pharao im Nil gefunden worden war. Wie die ägyptische Prinzessin wirkt auch die abgebildete Frau damenhaft und adelig, und das Schilf am Ufer und die große Nähe zum Wasser lassen sich in diese Richtung interpretieren.

Auch dieses Gemälde werde ich am Samstag, 12. April beim Petit Salon Maja & Friends „Petite Sérénade Méditerranéenne“ im Schlosshotel in Heidenheim an der Brenz sowie am Samstag, 03. Mai 2014 im Kunstsalon Maja & Friends „Klassische Gitarre“, bei dem Maja Fluri zusammen mit dem Mailänder Stargitarristen Giuseppe Chiaramonte auftritt, ausstellen.

http://www.majafluri.com/termine/

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Über Matthias Wunsch

Matthias Wunsch ist Kunstmaler. Matthias Wunsch ist in Süddeutschland geboren und entwickelte autodidaktisch seinen unverkennbaren romantisch-realistischen Malstil, dessen Motive meist durch die klassische Musik, Reisen in ferne Länder und zu fremden Kulturen und schließlich das Meer, die Schiffe und die Seefahrt inspiriert sind. Der Künstler malt hauptsächlich mit Tempera auf Karton. Tempera ist eine wasserlösliche Farbe, die u.a. von den Meistern der Renaissance wie Michelangelo oder Botticelli oder auch bei der Ikonenmalerei verwendet wurde. Nach zahlreichen Aquarellen schuf der Künstler im Alter von 15 Jahren seinen ersten großformatigen Bilderzyklus „Impressionen der Cote d’Azur“ in Südfrankreich. Hierbei dominierten noch wuchtige, kraftvolle Formen. Während der Arbeiten an der v.a. von Reiseerinnerungen inspirierten Bilderreihe „Monumente von Mensch und Natur“ vollzog sich ein stilistischer Wandel hin zu seiner heutigen von einem großen Detailreichtum und aufwändigen Bildkompositionen geprägten Darstellungsweise. Seine Liebe zur Seefahrt bewog den Maler, als Trainee, d.h. als zahlendes Besatzungsmitglied, an der vielbewunderten Weltumsegelung des größten traditionellen Segelschiffs der Welt, der russischen Viermastbark SEDOV auf der Etappe Brest-Casablanca teilzunehmen. Die SEDOV wurde als Frachtsegler 1921 in Kiel gebaut und fährt seit 1945 unter russischer Flagge als Schulschiff. An Bord verlebte Matthias Wunsch unter den bis 63 Meter hohen Masten mit insgesamt 4192 Quadratmetern Segelfläche einige seiner glücklichsten Momente. Sein Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ stellt die schönsten Momente dieser Expedition dar. 2012 lernte Matthias Wunsch die Opernsängerin Maja Fluri kennen. Maja Fluri hatte mit ihrem 2010 gegründeten Berliner Kunstsalon „Maja & Friends“ eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die mit monatlich wechselndem Programm klassische Musik, bildende Kunst und Literatur zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführt, an dem auch schon Berühmtheiten wie Marguerite Kollo oder der Maler Christophe Didillon teilgenommen hatten. Nach der Ausstellung beim 25. Jubiläumssalon in Berlin folgte eine intensive Zusammenarbeit in insgesamt sieben Salons u.a. auch auf Tournee an den Bodensee und nach Wien. Maja Fluri inspirierte den Künstler zu den Bilderzyklen „Ein Maskenball“ und „Sieben spanische Bilder“. Der „Gitarrensalon“ in Berlin mit dem italienischen Stargitarristen Giuseppe Chiaramonte und die „Opern-Nacht“ auf der Open-Air-Bühne beim Kultursommer auf Schloss Kittsee im Burgenland /Österreich im Juli 2014waren die Höhepunkte dieses künstlerischen Zusammenwirkens. In Kittsee wirkte kein Geringerer als Prof. Uwe Theimer (u.a. musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine und 1. Dirigent beim Wiener Opernball) als Pianist sowie die Schriftstellerin Tanja Stern mit. Außerdem wurde Matthias Wunsch von der Universität Murmansk (Russland), dem Schiffseigner der SEDOV zu einer 14 Tage dauernden Ausstellungstournee in der Ostsee eingeladen. Der Künstler präsentierte dem internationalen Publikum auf dem Windjammerfestivals „Hanse Sail Rostock“ und „Gdynia Sailing Days“ (Polen) sowie in Sassnitz auf Rügen seine Gemälde an Deck oder bei schlechtem Wetter im Festsaal der SEDOV. Prominente Gäste seiner Ausstellung waren Alexei Alexeev, der russische Botschafter in Polen, Norbert Thomé, der Vorsitzende von „Tall Ship Friends“ sowie Ulf Bingsgard, der Bürgermeister der schwedischen Stadt Trelleborg. Die Eindrücke dieser Reise verarbeitete Matthias Wunsch in seiner Bilderreihe „Segel über der Ostsee“. Mit „Windjammerlegenden“ schuf der Künstler einen Gemäldezyklus über berühmte Großsegler des 20. Jahrhunderts, wie die PREUSSEN, die PAMIR oder auch die KRUZENSHTERN oder die GORCH FOCK. Das gesamte maritime Werk von Matthias Wunsch wurde auch in der Kunstgalerie auf der RICKMER RICKMERS in Hamburg aus. Dieser Großsegler wurde 1896 in Bremerhaven gebaut und liegt heute als Museumsschiff und schwimmendes Wahrzeichen der Stadt Hamburg an den St. Pauli Landungsbrücken. Im Anschluss daran folgte eine Ausstellung auf dem Windjammerfestival „Hanse Sail Rostock". Aktuell arbeitet der Künstler an weiteren Opernillustrationen u.a. von Puccinis „La Bohème“.

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