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Ein kulturelles Plädoyer für die Monarchie

Nach den Revolutionen und den Weltkriegen sind in Europa  nur noch einige parlamentarische Monarchien übriggeblieben, bei denen der König nur noch Repräsentationsaufgeben übernimmt. Nach der herrschenden Meinung wird das Königtum heute als überholt und freiheitsfeindlich betrachtet.


Und doch – die Monarchie hat immer noch in den Herzen vieler Menschen ihren Platz. Und gerade als Künstler muss ich sagen, dass auch ich große Sympathien für diese Staatsform habe, da gerade unter ihr Kultur und Kunst zu einem Höhepunkt gelangt sind, von dem man heute nur noch träumen kann.

Chateau de Versailles - Galerie des Glaces

Königtum ist Kultur

Bereits das Auftreten eines Königs  in stolzer, würdevoller Haltung und prachtvoller Kleidung, gesäumt von Dienern in Livree, umgeben von Höflingen und Würdenträgern, die ihrerseits miteinander in Prachtentfaltung und Eleganz wetteifern und sich nach einem festgelegten, höfischen Zeremoniell verhalten, ist gelebte Kultur. Kultur sind auch die großen Feierlichkeiten, Bankette  und Bälle am Königshof oder die mächtigen, glanzvollen Paraden, wie sie auch heute noch z.B. anlässlich des Geburtstags der Queen abgehalten werden.

Krönung_1861

Der monarchische Kunstgeschmack: Höchstes ästhetisches und künstlerisches Niveau bei grundsätzlicher Erschließbarkeit des Kunstwerks für den Laien

Die Halle des Erntegebets im Himmelstempel

Die Halle des Erntegebets im Himmelstempel

Aufgrund der exponierten Stellung eines Monarchen und dem damit verbundenen Bedürfnis nach Repräsentation und Prachtentfaltung  ist es selbstverständlich, dass der Königshof nicht nur in politischer, sondern auch in kultureller Hinsicht das Zentrum des Reiches darstellen soll.
Dies führt grundsätzlich dazu, dass ein König immer die besten Künstler an seinen Hof ziehen und die erlesensten Kunstwerke erwerben oder in Auftrag geben wird.


Aufgrund der Erblichkeit der Monarchien folgt auch, dass jede neue Generation des Königshauses in einer Umgebung auf höchstem künstlerischem und kulturellem Niveau aufwächst und dieses als selbstverständlich empfindet. Durch gegenseitige Staatsbesuche und die internationale Verflechtung der Königs-und Adelsfamilien kommt es auch zu einem fortwährenden kulturellen Austausch und einem Wetteifern auch im kulturellen Leben, wodurch diese Effekte noch verstärkt werden.
Zudem wird dadurch  in jeder neuen Generation das Urteilsvermögen des Monarchen auch in kultureller Hinsicht geschult, so dass er durchaus in der Lage ist, die Qualität eines Werkes zu beurteilen.

Um die Idee der Repräsentation vor Volk und Staat optimal zu verwirklichen, wird ein König auch Werke präferieren, die sich auch dem Laien wenigstens ansatzweise erschließen.

Der Königshof hat aufgrund seiner zentralen Stellung auch eine große Ausstrahlungswirkung auf das Königreich und möglicherweise auch auf die Nachbarländer. Dies führt dazu, dass die von ihrem König angelegten Maßstäbe auch auf seine Untertanen wirken und auch von diesen grundsätzlich angewandt werden. So eifern die Künstler allgemein diesen Kunstmaßstäben nach, was auch dadurch unterstützt wird, dass das Bildungsbürgertum und immer weitere Teile des Volkes  diese auch von den Kunstschaffenden erwarten. Auch an Kunstakademien und Kunstkritiker werden diese Maßstäbe weitergegeben.
Somit bewirkt die Monarchie eine fortlaufende Steigerung des künstlerischen und kulturellen Niveaus sowohl bei Hofe wie auch im gesamten Land und verhindert effektiv, dass die Kunst sich zu sehr am Durchschnittsgeschmack der breiten Masse oder an der allzu akademischen und weltfernen Sichtweise von Kunstkritikern bzw. auch kommerziellen Einflüssen durch den  Kunstmarkt orientiert .

Dies muss grundsätzlich auch keine Einschränkung der Kunstfreiheit zur Folge haben, da die Forderung nach einem hohen Niveau nicht bedeutet, dass keine neuen Kunststile und  –richtungen entwickelt werden dürften. Gerade Epochen wie Renaissance, Barock und Klassik sind während der weitgehend absoluten Monarchie entstanden und haben jeweils bahnbrechende neue Sichtweisen und Stilrichtungen in allen Sparten der Kunst bewirkt. Hier wirkten oftmals die Könige auch als große Kunstmäzene.

 

Die Kunst bei republikanischen Staatsformen

Republik bedeutet, dass kein König an der Spitze eines Staates steht, folglich bleiben hier zum einen Militär- und Parteidiktaturen und als Gegenpol dazu die Demokratie.

Diktaturen werden zwar autoritär geführt, jedoch soll der Staat meist gemäß einer totalitären Ideologie umgeformt sowie das Volk umerzogen oder zumindest „geformt“ werden. Dies bedeutet, dass alle Bereiche des täglichen Lebens ideologisch durchdrungen werden sollen, wovon auch die Kultur und die Kunst nicht verschont bleiben. Dies hat zwangsläufig nicht unbedingt die Bevorzugung der besten Künstler zur Folge, sondern derer, die sich selbst systemkonform verhalten und zusätzlich auch Kunstwerke in der von der politischen Führung verlangten Form schaffen, während andere Stile und Kunstrichtungen vernachlässigt, ja sogar bekämpft werden (z.B. Stichwort „entartete Kunst“).

In der Demokratie ist bei einem nüchtern und prunklos geführten Staat  grundsätzlich eine fast totale Freiheit der Kunst bei dezentraler Förderung zu konstatieren. Entscheidend sind hier die Popularität, der Kunstmarkt sowie die Meinung von Experten und Kritikern, was dazu führt, dass eher durchschnittliche, kommerzielle oder nach allzu akademischen, weltfernen  Maßstäben beurteilte „Kritikerkunst“ erfolgreich ist.

Somit bieten republikanische Staatsformen eher nicht die idealen Voraussetzungen für Kunst und Kultur auf höchstem Niveau. Dies soll zwar nicht heißen, dass dort nicht auch große Werke geschaffen werden können, allerdings sind diese fast ausschließlich dem Genius des Künstlers zuzuschreiben.

Es lebe die Monarchie!

In kultureller Hinsicht möchte ich mich daher für die Wiedereinführung der Monarchie aussprechen, die nach meiner Ansicht die optimalen Voraussetzungen für Kunst und Kultur bietet. Keine andere Staatsform ist fähig, so großartige kulturelle Leistungen hervorzubringen  wie das Königtum.
Wer die ägyptischen Monumente wie die Sphinx, die Grabbeigaben des Tut-Ench-Amun, die Fresken im Tal der Könige oder die Nofretete gesehen hat, wer die Verbotene Stadt, den Himmelstempel oder den Sommerpalast in Peking bewundert hat, und wer schließlich prachtvollen Schlösser von Versailles oder Neuschwanstein besucht hat, wer die Musik von Mozart oder Wagner gehört oder die Werke von Shakespeare,  Goethe und Molière gelesen hat, kann unschwer erkennen, dass gerade zur Zeit der Monarchie besonders viele Werke geschaffen wurden, die als Kulturerbe der Menschheit noch viele Generationen begeistern werden. In ihnen leben ihre großen Schöpfer fort und auch die Herrscher, durch deren Auftrag oder Förderung sie geschaffen oder zumindest ermöglicht wurden.

 

 

 

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Über Matthias Wunsch

Matthias Wunsch ist Kunstmaler. Matthias Wunsch ist in Süddeutschland geboren und entwickelte autodidaktisch seinen unverkennbaren romantisch-realistischen Malstil, dessen Motive meist durch die klassische Musik, Reisen in ferne Länder und zu fremden Kulturen und schließlich das Meer, die Schiffe und die Seefahrt inspiriert sind. Der Künstler malt hauptsächlich mit Tempera auf Karton. Tempera ist eine wasserlösliche Farbe, die u.a. von den Meistern der Renaissance wie Michelangelo oder Botticelli oder auch bei der Ikonenmalerei verwendet wurde. Nach zahlreichen Aquarellen schuf der Künstler im Alter von 15 Jahren seinen ersten großformatigen Bilderzyklus „Impressionen der Cote d’Azur“ in Südfrankreich. Hierbei dominierten noch wuchtige, kraftvolle Formen. Während der Arbeiten an der v.a. von Reiseerinnerungen inspirierten Bilderreihe „Monumente von Mensch und Natur“ vollzog sich ein stilistischer Wandel hin zu seiner heutigen von einem großen Detailreichtum und aufwändigen Bildkompositionen geprägten Darstellungsweise. Seine Liebe zur Seefahrt bewog den Maler, als Trainee, d.h. als zahlendes Besatzungsmitglied, an der vielbewunderten Weltumsegelung des größten traditionellen Segelschiffs der Welt, der russischen Viermastbark SEDOV auf der Etappe Brest-Casablanca teilzunehmen. Die SEDOV wurde als Frachtsegler 1921 in Kiel gebaut und fährt seit 1945 unter russischer Flagge als Schulschiff. An Bord verlebte Matthias Wunsch unter den bis 63 Meter hohen Masten mit insgesamt 4192 Quadratmetern Segelfläche einige seiner glücklichsten Momente. Sein Bilderzyklus „Weltumsegelung der SEDOV“ stellt die schönsten Momente dieser Expedition dar. 2012 lernte Matthias Wunsch die Opernsängerin Maja Fluri kennen. Maja Fluri hatte mit ihrem 2010 gegründeten Berliner Kunstsalon „Maja & Friends“ eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die mit monatlich wechselndem Programm klassische Musik, bildende Kunst und Literatur zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführt, an dem auch schon Berühmtheiten wie Marguerite Kollo oder der Maler Christophe Didillon teilgenommen hatten. Nach der Ausstellung beim 25. Jubiläumssalon in Berlin folgte eine intensive Zusammenarbeit in insgesamt sieben Salons u.a. auch auf Tournee an den Bodensee und nach Wien. Maja Fluri inspirierte den Künstler zu den Bilderzyklen „Ein Maskenball“ und „Sieben spanische Bilder“. Der „Gitarrensalon“ in Berlin mit dem italienischen Stargitarristen Giuseppe Chiaramonte und die „Opern-Nacht“ auf der Open-Air-Bühne beim Kultursommer auf Schloss Kittsee im Burgenland /Österreich im Juli 2014waren die Höhepunkte dieses künstlerischen Zusammenwirkens. In Kittsee wirkte kein Geringerer als Prof. Uwe Theimer (u.a. musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine und 1. Dirigent beim Wiener Opernball) als Pianist sowie die Schriftstellerin Tanja Stern mit. Außerdem wurde Matthias Wunsch von der Universität Murmansk (Russland), dem Schiffseigner der SEDOV zu einer 14 Tage dauernden Ausstellungstournee in der Ostsee eingeladen. Der Künstler präsentierte dem internationalen Publikum auf dem Windjammerfestivals „Hanse Sail Rostock“ und „Gdynia Sailing Days“ (Polen) sowie in Sassnitz auf Rügen seine Gemälde an Deck oder bei schlechtem Wetter im Festsaal der SEDOV. Prominente Gäste seiner Ausstellung waren Alexei Alexeev, der russische Botschafter in Polen, Norbert Thomé, der Vorsitzende von „Tall Ship Friends“ sowie Ulf Bingsgard, der Bürgermeister der schwedischen Stadt Trelleborg. Die Eindrücke dieser Reise verarbeitete Matthias Wunsch in seiner Bilderreihe „Segel über der Ostsee“. Mit „Windjammerlegenden“ schuf der Künstler einen Gemäldezyklus über berühmte Großsegler des 20. Jahrhunderts, wie die PREUSSEN, die PAMIR oder auch die KRUZENSHTERN oder die GORCH FOCK. Das gesamte maritime Werk von Matthias Wunsch wurde auch in der Kunstgalerie auf der RICKMER RICKMERS in Hamburg aus. Dieser Großsegler wurde 1896 in Bremerhaven gebaut und liegt heute als Museumsschiff und schwimmendes Wahrzeichen der Stadt Hamburg an den St. Pauli Landungsbrücken. Im Anschluss daran folgte eine Ausstellung auf dem Windjammerfestival „Hanse Sail Rostock". Aktuell arbeitet der Künstler an weiteren Opernillustrationen u.a. von Puccinis „La Bohème“.

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